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Entdeckung und Förderung der balinesischen Kultur – Abwicklung von individuellen Reisen – Bali von A bis Z – Reise auf die Insel der Götter
 

 

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Bali von A bis Z

   

Die Beschreibung der Persönlichkeitsstrukturen der Balinesen
©Bali Authentisch

Verschiedene kulturelle Modelle werden vom Menschen dazu verwendet, die unterschiedlichen Vorgänge in seinem Leben zu erklären. Das Studium einer Kultur, um genauer zu sein seiner Modelle, hängt mit dem Erlernen des Mechanismus zusammen, mit dessen Hilfe sich die Individuen, die Gruppen oder die Gesellschaft in einer Welt, die sonst undurchsichtig bleiben würde, orientieren.. Die existentiellen Probleme, die man hierbei antrifft sind ganz unterschiedlich. Man findet sie in jeder Gesellschaft. Die sich sehr zurückhaltenden Antworten, sind menschlich und trotzdem unterschiedlich. Das Bedürfnis jeden Einzelnen zu identifizieren, ist eine Notwendigkeit, die auf der ganzen Welt allgegenwärtig ist.

Es gibt sechs Möglichkeiten eine Person auf Bali genauer zu bezeichnen: Vorname, Name, der abhängig ist von der Geburtenfolge, Geburtstermine der Verwandtschaft, Teknonyme, Bezeichnungen, die den Status angeben (normalerweise die “Kastenbezeichnung’, was nicht so erlaubt ist), öffentliche Titel oder Ämter. Man sieht mal wieder, dass die Balinesen nicht die Einfachheit lieben...

Die Vornamen:

In diesem Bereich spielt die symbolische Rangfolge die am wenigsten komplexe Rolle und ist auch unter sozialen Gesichtspunkten betrachtet (obwohl man sie gerne beschreiben möchte), nicht so wichtig. Alle Balinesen haben einen Vornamen, aber dieser wird von ihnen nur sehr selten verwendet. Die Vornamen werden aus willkürlichen Silben gebildet und haben überhaupt keine Bedeutung. Der Vorname ist das, was immer bleibt, während alle anderen, mehr nachvollziehbaren Personenbezeichnungen, die viel offensichtlicher waren, verschwunden sind. Man muss dies mit aller Stärke betonen, damit sie nicht komplett verschwinden!

Die Namen richten sich nach der Geburtenfolge:

Hier sind die Namen in einer nicht abänderbaren Reihenfolge, die von allen Balinesen, die etwas auf sich halten verwendet werden: der Erste ist Wayan, der Zweite ist Nyoman, der Dritte ist Made oder Nengah; der Vierte ist Ketut; der Fünfte ist Wayan!; der Sechste ist Nyoman., und so weiter. Für ein Paar sind die Geburten eine kreisförmige Reihenfolge von Wayan, Nyoman, Made, Ketut..., ein unendlicher Kreis, der nach vier Malen erneut beginnt.

Die Geburtstermine der Verwandtschaft:

Die Terminologie der balinesischen Verwandtschaft wird “per Generation” festgelegt. Das bedeutet, dass das Individuum seine Eltern in Klassen, gemäß deren Stellung in deren Generation einteilt und daraus seine eigene definiert. Man erhält eine Generalübersicht, die aus verschiedenen chronologischen Lagen an Elterngenerationen besteht (die der Eltern oder Kinder, der Großeltern oder der Enkelkinder...).Diejenige mit der man zu rechnen beginnt, nämlich die eigene, liegt in der Mitte.
Es handelt sich hierbei vor allem um eine Sprache, die in Kategorien einteilt. Sie ist nicht vorgesehen für eine Konfrontation und in der Praxis wird sie sehr selten verwendet. Trotzdem ist eine Tatsache jedoch aufschlussreich hinsichtlich des balinesischen Persönlichkeitsgefühls: in der dritten Generation oberhalb oder unterhalb des Sprechers werden die Bezeichnungen umgekehrt. ”Kumpi” bezeichnet gleichzeitig den Urgroßvater und den Urenkel. Symbolisch gesehen kann ein Mann nach oben hin mit seinem am weitesten entferntesten Vorfahren und nach unten mit seinem am entferntesten gelegenen Nachfahren verwechselt werden, die er vielleicht schon mal in seinem Leben gesehen hat. Ein Mann betet nur seine Götter an oder was das gleiche ist sein Älteren, nicht seinesgleichen oder jüngere. Ein Urgroßenkel wird nicht während der Bestattungszeremonie für seinen Urgroßvater beten, der gerade verstorben ist. Sie sind gleich. Sie sind beide Kumpi!

Die Namen, die sich nach den Nachkommen richten:

Sobald das erste Kind eines Paares einen Namen erhalten hat, wird der Name der Eltern zukünftig in “Vater von”, “Mutter von”, umgewandelt bis der erste Enkel zur Welt kommt. Dann werden sie “Großvater von” und Großmutter von” genannt. Der Name eines Individuums ändert sich also drei Mal in seinem Leben. Danach wird er wieder zu Kumpi und der Kreislauf beginnt von vorn! Auf Bali bestimmt also die Zeugung den Namen (im Gegensatz zu uns, wo die Ehefrau bei der Heirat den Namen ihres Mannes annimmt). Symbolisch erklären sich die Begriffe Ehefrau und Ehemann über ihre gemeinsame Beziehung zu ihren Kindern bzw. Enkelkindern oder Urenkeln. Der Name wird also nicht durch die Aufnahme der Ehefrau in die Familie des Ehemannes bestimmt. Das Paar “Vater Mutter” (und nicht “Ehefrau Ehemann”) ist der Eckpfeiler der balinesischen Gesellschaft. Die Sitze in der Ratsversammlung eines Dorfes werden deshalb an Elternpaare vergeben. Eine Einzelperson, die keine Kinder hat (was sehr selten vorkommt...), bleibt juristisch gesehen ein Kind, was seinen Angehörigen peinlich ist. Sie vermeiden es mit ihm darüber zu streiten. Die Individuen finden sich also in der “Schicht der Zeugenden” wieder. Das Wichtigste an dieser Gesellschaftsform ist die Vermehrung und die Fähigkeit die Gemeinde in dieser Form aufrecht zu erhalten. Die Balinesen empfinden ihre Lebensstadien nicht gemäß der biologischen Alters, sondern sie sind abhängig davon in welcher sozialen Generation man sich befindet. Ein Individuum wird nicht gemäß seiner Vorfahren, sondern seiner Nachkommen eingestuft. Das verbindet den Urgroßvater von Made, den”Großvater” von Made und den “Vater von Made”. Sie sind alle an der Zeugung von Made beteiligt, egal ob es direkt oder indirekt erfolgte. Sie vereint aber auch das gemeinsame Interesse daran die herkömmliche balinesische Lebensform und insbesondere die Aufrechterhaltung ihrer Dörfer.



 

     

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neueste Überarbeitung: 28/04/2006  

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