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DIE PUPUTANEN oder KOLLEKTIVEN
SELBSTMORDE
©Bali Authentisch
Puputan oder "Todeskampf" von puput "beendet" oder
kollektiver Selbstmord der Königshäuser
Ende des 19. Jahrhunderts erkennen die Königsreiche von Gianyar und
Karangasem die niederländische Souveränität an und behalten nur noch
eine scheinbare Macht. Die Königreiche des Südens hingegen (Tabanan,
Badung und Klungkung) erheben sich gegen die Niederländer.
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Unter dem Vorwand, der König von Badung weigere sich, den chinesischen
Besitzer eines geplünderten Schiffswracks zu entschädigen, gingen die
Niederländer im Jahre 1906 an der Küste von Sanur an Land und stießen
nach Denpasar vor, wobei sie das Dorf von Kesiman durchquerten und zum
Palast von Badung (früher Denpasar) vordrangen. Im Angesicht der
niederländischen Kanonen bevorzugten es die Prinzen von Badung, sich in
einem tragischen Todeskampf selbst das Leben zu nehmen. Um neun Uhr
morgens verließen die Prinzen, ihr Gefolge und ihre Familien
einschließlich der Kinder den Palast und stellten sich, ganz in weiß
gekleidet dem Gefechtsfeuer der Niederländer. Die Balinesen waren
schnell geschlagen. 1908 wiederholte sich die selbe Szene in Klungkung,
wo der Dewa Agung, der heiligste König Balis, dessen Ahnenreihe bis hin
zu Gelgel und Majapahit reicht, sich mit seiner gesamten höfischen
Gefolgschaft das Leben nimmt während die Niederländer seine Stadt
einnehmen und so der Zeit der unabhängigen Königreiche des Südens ein
jähes Ende bereiten.
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Die niederländischen Truppen
auf dem Marsch nach Denpasar im Jahr 1906 |
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Der Rajah von Badung ermordet sich mit seinen Angehörigen (Illustration
des Petit Journal)
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Somit fiel die Insel unter
die Herrschaft der niederländischen Krone. Aber in den Jahren, die auf
ihre Eroberung folgten, ließen es die Engländer, welche wussten, dass es
sich hier um wenig übliche Gegner handelte, nicht zu, dass sich
Missionare, ausbeuterische Kompanien oder Plantagen etablierten. Mit
Ausnahme des Freitodes von Witwen griffen sie nicht in das religiöse
Leben der Balinesen ein. Die Niederländer bemühten sich unter diesen
Umständen, Bali als ein Konservatorium zu erhaltender Traditionen zu
ernennen, da die indo-balinesische Kultur dort, durch den Umstand, dass
sie bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts abseits von westlichen
Einflüssen gehalten wurde, besonders verwurzelt war.
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Die Körper der Angehörigen des Königs von
Badung nach dem Todeskampf vom 20. September 1906

Der Körper des Rajah in
seinem weißen Leinentuch nach dem Puputan |
Der Puputan 1906
nach Vicki Baum :
(Auszug aus „Liebe und Tod auf Bali“ von Vicki Baum, Kiwi Verlag)
„Männer, weiß gekleidet, mit
Blumen geschmückt, bewegten sich langsam und gemessen und so, als ob sie
nicht wüssten, dass die Holländer ihnen gegenüberstanden, mit Kanonen
und Gewehren. Plötzlich hob der Fürst seine Waffe in der aufgereckten
Faust hoch. Ein unmenschlicher Schrei brach aus der Gruppe. Im nächsten
Augenblick hatten alle Männer ihre Krise in den Händen, und sie rasten
los, den holländischen Soldaten entgegen. Es stürmten immer neue
Menschen dahinten aus dem Tor hervor, neue und mehr, alle mit Krisen in
der Hand, alle mit dem gleichen irrsinnigen Ausdruck der Todeswut in den
Gesichtern. Hunderte von ihnen fielen unter den Kugeln, und hundert
andere reckten ihre Krise hoch und stießen sie sich in die Brust; sie
senkten sie oberhalb des Schlüsselbeines ein, sodass die Spitze das Herz
traf nach der alten heiligen Weise. Hinter den Männern kamen die Frauen
und die Kinder daher…“
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