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Es wird zwischen vier großen
gesellschaftlichen Gruppen unterschieden:
1)
den Brahmanas (Kaste der
Priester)
2)
den Satryas (Kaste der Krieger)
3)
den Wesyas (Kaste der Vasallen
des Hofes) – welche dem balinesischen Adel entspricht
4)
den Sudras (niedere Kaste) –
welche etwa 95% der gesamten Bevölkerung in sich vereint.
Heute hat sich die Wirtschaftskraft
des balinesischen Adels zugunsten der Sudra stark zurückgegangen, welche
besser auf eine liberale Wirtschaftsform vorbereitet waren. Dennoch
mangelt es auch einem reichen Sudra niemals an Respekt gegenüber einem
Noblen, selbst wenn dieser gezwungen ist, in einem der Reisfelder zu
arbeiten (was heute immer häufiger der Fall ist).
Das balinesische System der
Namengebung ist gewissermaßen verschschlüsselt, um so die Zuordnung zu
einer bestimmten Kaste und zugleich auch die Geburtenreihenfolge
innerhalb einer Familie anzeigen zu können. Dieses System verkompliziert
sich, wenn es zu einer Heirat zwischen Angehörigen unterschiedlicher
Kasten kommt, zugleich kennt es jedoch auch Ausnahmen. Dies soll heißen,
daß hier trotz allem manchen Schlüssel zur Aufschlüsselung dieses
Systems genannt werden können: Ida Bagus (männlich) und Ida Ayu
(weiblich) zeigen die Zugehörigkeit zur Kaste der Brahmanas an, Guste
ist ein gemeinhin von den Vasallen des Hofes genutzter Name, wohingegen
Gusti Agung, Anak Agung und Cokorda Repräsentanten des Hochadels sind (
und den Titel des Prinzen oder der Prinzessin tragen), sowie Desak
(weiblich) und Dewa (männlich) dem kleinen Adel angehören.
Die Namenszusätze Wayan (oder Putu),
Made (oder Kadek), Nyoman (oder Koemang) und Ketu bedeuten der
Reihenfolge nach Erstgeburt, zweite dritte und vierte Geburt. Mit der
Geburt des fünften Kindes beginnt dieser Cyclus von Neuem. Diese
Namenszusätze sind in der Namengebung der höheren Kasten jedoch nicht
vorhanden. Machen Sie also bitte nie den Fehler einen Abkömmling einer
fürstlichen Familie Wayan zu nennen, selbst wenn Sie erfahren haben,
dass er der Erstgeborene seiner Familie ist!
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