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Die
kosmische Ordnung beeinflusst die Existenz ganz entscheidend. Das
gesamte menschliche Leben soll mit ihm in Übereinstimmung gebracht
werden. Jede Handlung soll sich in dieses System einfügen, wenn sie “an
der richtigen Stelle”, also “gut” sein soll. Die Unterteilung des
Universums selbst, hat zur Folge, dass auch alle Lebewesen, die sich
ähneln, in Klassen eingeteilt werden.
Die Erste,
die alles in zwei Klassen einteilt, besteht aus einer Unterscheidung der
übergeordneten Merkmale. Kaja die Richtung der Berge, liegt Kelod der
Richtung des Meeres genau gegenüber. Die Berge erheben sich im Zentrum
Balis (ungefähr...), im Süden der Insel. Kaja zeigt gegen Norden, dem
Norden der nach Süden zeigt! Die Balinesen betrachten die Berge als
Aufenthaltsort für die Götter und die heiligen Vorfahren. So stellt Kaja
eine Denkweise dar, die die Göttlichen, die Himmlischen, das Glück und
auch die Gesundheit beschreibt. Im Gegensatz hierzu steht das Meer, das
mit Kreaturen und Geistern bevölkert ist, die Böses im Sinn haben und
von Kelod als ermüdend beschrieben werden. Der Osten und der Westen sind
auch so extrem gekennzeichnet: der Osten ist die Himmelsrichtung, wo die
Sonne aufgeht. Das Schattenbild des Gunung Agung, des höchsten Berges
Balis, dominiert den Osten und ist hiermit der wichtigste heilige Berg.
Die Zusammensetzung Kaja-Osten (Nord-Osten im Süden der Insel,
Süd-Westen im Norden), weist die Richtung der gesamten übergeordneten
Welt. Was die Kombination Kelod-Westen angeht (Süd-Westen im Süden,
Nord-Westen im Norden), bezieht sie sich auf die etwas geringer
gestellten Menschen. Man findet hier die klassische Trennung zwischen
dem Uhranischen Universum (vorteilhaft) und dem chthonischen Universum
(negativ). Aber Kaja und Kelod sind zwei unzertrennliche Kräfte, weil
sie die gegenüberliegenden, sich ergänzenden Teile des Universums
darstellen und damit das benötigte Gleichgewicht bilden. Man muss sich
folglich um beide kümmern, auch wenn dies in einer unterschiedlichen
Weise passiert. Die Kräfte Kajas werden angerufen, um nach Hilfe und
Rettung zu bitten und man versucht damit die Kräfte Kelods zu mindern
und sie wirkungslos zu machen. In diesem Sinne spiegelt die innere Welt
die Übergeordnete wider.
Die zweite
Unterteilung veranlasst eine dritte Trennung, die dem Menschen seinen
Platz zuweist. Im Menschen treffen Kaja und Kelod aufeinander. Seine
Welt liegt zwischen dem Vergehen und dem Übernatürlichen. Diese
Unterteilung Kaja-Mensch-Kelod wird noch stärker betont durch die
hinduistische Dreifaltigkeit (“Trimurti”): Brahma, Wisnu, Siwa. Siwa ist
der zentrale, übergeordnete Gott, der die anderen beiden in sich
vereint. Seine Farbe ist weiß. Brahma befindet sich im Süden, seine
Farbe ist rot. Wisnu liegt im Norden und seine Farbe ist schwarz. Das
Symbol der Trimurti ist die heilige Silbe “Om”, in der das “a” Brahma,
das “u” Wisnu und das “m” Siwa repräsentiert wird. Diese Silbe “Om” ist
die unentbehrliche Basis der heiligen Formeln der Rituale und der
Geisterbeschwörungen.
Die
folgenden Kategorien werden vier bis acht mal, durch einen Vermittler
unterteilt. Er verbindet die Wesentlichen Punkte, die in seinem Zentrum
liegen und fasst sie hiermit wieder zusammen. Iswara besetzt den Osten,
Brahma den Süden, Mahadewa den Westen, Wisnu den Norden und Siwa das
Zentrum. Man fügt ihnen noch Maheswara im Süd-Osten, Rudra im
Süd-Westen, Sangkara im Nord-Osten und Sambhu im Nord-Osten hinzu. Keine
dieser Gruppen beeinflusst die Anderen und sie versuchen alle das
Gleichgewicht zu halten, damit ihre Welt gut funktioniert und mit der
kosmischen Ordnung im Einklang steht. |