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Entdeckung und Förderung der balinesischen Kultur – Abwicklung von individuellen Reisen – Bali von A bis Z – Reise auf die Insel der Götter
 

 

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Bali von A bis Z

   

Eine einmalige Einrichtung auf Bali :
Der Subak oder die Bewässerungsgesellschaft:

©Bali Authentisch

Das charakteristische an der balinesischen Organisationsstruktur liegt darin, dass sie in einer sozial getrennten, unabhängigen Form strukturiert ist: in einer “Gesellschaft der Bewässerung”. Der Subak definiert sich wie ein in terrassenförmig angelegtes Reisfeld, das von Anfang an und mit einem speziellen, sehr wichtigen Kanal bewässert wird. Er beinhaltet gleichzeitig eine landwirtschaftliche Planungseinheit,  ein angemeldetes, selbstständiges Unternehmen und eine Religionsgemeinschaft. Die interne Struktur wird mit Hilfe des “Tenah” festgelegt, die davon abhängig ist, wie viel Wasser schließlich auf einer Terrasse ankommen soll. Aber der Ausdruck “Tenah” bezeichnet auch die Größe der Fläche, die durch dieses Wasservolumen bewässert werden soll, die Menge an Reissamen, die notwendig sind um diese Fläche zu bebauen und die Menge an Reis (“Padi”), die am Ende geerntet wird. Der Tenah ist auch die Besteuerungsgrundlage des Tubak und auch die Grundlage der wirtschaftlichen Planung. Das Auffinden des Wassers ist in einem heiligen Brauch festgelegt, auf Palmenblättern aufgeschrieben (“lontar”) und in den Grundzügen der Gesetzgebung des Subak verankert (“awig-awig Subak”).Der Subak ist eine soziale Einheit, die bemerkenswert gut organisiert ist. Wenig Bürokratie, das Parlament besteht aus Mitgliedern mit gleicher Stimmberechtigung, die Arbeitsgruppen, die auch Polizeimacht ausüben und Steuern erheben können, haben genaue Zielvorgaben. Sie werden zusammengehalten in einem religiösen Ritual (wir werden auf diesen Punkt noch zurückkommen). Aber obwohl es sich um einen öffentlichen Dienst handelt, der in der Form einer technisch hoch spezialisierten Genossenschaft geführt wird, liegt hier kein gemeinschaftlich geführter Bauernhof vor. Der Subak mischt sich nicht in den Anbauprozess und den Verkauf ein.

Das wesentliche Problem, eines in dieser Weise geführten Systems, liegt in der notwendigen Organisation innerhalb des Subak. Das Wasser, das das gesamte System bestimmt, fließt das ganze Jahr über von den Bergen im Norden bis in die Tiefebene im Süden. Wie wird es erreicht, dass das Angebot und die Nachfrage an Wasser sich die Waage halten, damit eine Katastrophe im Süden der Insel, der z.B. austrocknen könnte, verhindert wird? Hier beginnt das religiöse Ritual des Subak, das eine fundamentale Rolle spielt.

Im Mittelpunkt dieses Rituals steht eine Widmung an die Königin des Reises. Er umfasst neun wesentliche Stationen mit speziellen Namen, die in einer genau festgelegten  Reihenfolge und in einer bestimmten Art und Weise mit dem Rhythmus des Wachstums des Reises zusammenhängt, nachdem die erste Station durchlaufen wurde:

 

1. Beginn des Wassers: das ist der Tag an dem, neben den Tempelzeremonien des Damms, das Wasser des Flusses in Höhe des Damms in den großen Kanal von Subak umgeleitet wird.

2. Öffnung der Terrassen, die jetzt überschwemmt werden.

3. Anpflanzen der Reissprossen.

4. Die Reinigung des Wassers.

5. Die “Nahrung der Götter”, bestehend aus gesegnetem Wasser und Opfergaben.

6. Der Beginn der Knospung der Reisstängel, ungefähr einhundert Tage nach dem Anpflanzen.

7. Das Gelbwerden, das anzeigt, dass der Reifungsprozess bald beginnt.

8. Die Ernte.

9. Die Aufbewahrung des geernteten Reises im Speicher.

 Im Subak im Norden der Insel (die hoch liegenden Gebiete), findet die erste Zeremonie, der Beginn des Wassers, im Dezember statt. Im Subak des Südens (die tief liegenden Gebiete), findet sie im April statt. Die dazwischenlegenden Subaks haben einen Zeitplan, der im Norden beginnt und langsam nach Süden hin weiter verläuft, d.h. der Zeitplan folgt genau dem Gefälle. Stetig nimmt die Gesamtfläche, die bewässert wird, schrittweise zu und zwar immer dem Gefälle folgend. So wird der Zeremonienkreis, der mit der Zeit zunimmt, gleichzeitig auf der Erde aufgezeichnet. Die Folge für die Natur ist sehr positiv: den Balinesen gelingt es so, die Wassernachfrage im Landwirtschaftlichen Jahr konstant zu halten.

     

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neueste Überarbeitung: 28/04/2006  

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