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Der balinesische Hinduismus ist
eine Kombination des Kultes der Verehrung der Vorfahren und der
Naturgewalten in Verbindung mit den Elementen der Lehre des Kosmos und
des hinduistischen, shivaistischen und tantristischen Pantheons. Die
Balinesen haben also auf ihrer Insel eine Mischung aus Göttern, Menschen
und Dämonen. Vor allem aber fühlen sich die Balinesen als
Verantwortliche der Aufrechterhaltung der kosmischen Ordnung.
Vor allem muss man klarstellen,
dass die balinesische Religion keine weltweite Berufung hat. Sie kümmert
sich nur um die, die über die Abstammung, den Wohnort oder gebietsmäßig
mit ihr verbunden sind.
Eine
zweigeteilte Welt:
Die balinesische Welt wird
zweigeteilt. Auf der einen Seite befindet sich die Uhrahnische Welt (der
Himmel und die Berge), der Ort an dem die Götter und Vorfahren wohnen.
Auf der anderen Seite finden wir die Chthonische Welt (das Meer und die
Unterwelt). Ein Ort, der von Dämonen, Hexen und anderen Kräften
heimgesucht wird. Zwischen diesen beiden Welten befinden sich die
kultivierten Agrarflächen, die den Menschen repräsentieren und die mit
ihren Ritualen die Welten und ihre entgegengesetzten Kräfte ins
Gleichgewicht bringen.
Die kosmische Ordnung wird deutlich in jeder Hinsicht des balinesischen
Lebens. Sei es im Bauplan des Hauses, des Dorfes, der Kleidung oder der
Struktur des menschlichen Körpers.
Der Berg Agung, mit dem höchsten Gipfel der Insel, wird in dieser
Gesellschaft, in der der Berg das Zentrum der Welt darstellt, als
heiliger Berg angesehen.
Kaja und Kelod
von der Reinheit zur Unreinheit:
Der Oberlauf eines Flusses
(Kaja) stellt das göttliche dar, das Positive. Während das Gegenteil,
der Unterlauf (Kelod), das Unreine oder Negative repräsentiert. In
dieser Ordnung findet man das Bild des reinen Wassers aus den Bergen,
was das Leben spendet und das Gebiet der Menschen durchquert. Indem es
das Land der Menschen fruchtbar macht, wird es verschmutzt. Dann stürzt
es sich ins Meer.
In der gleichen Art und Weise ist der Berg der Thron der Heiligen und
der Vorfahren und demnach ist das Meer der Ort, in dem sich die
menschliche Asche auflöst. Aber das Leben ist immer in Bewegung. Das
Leben ist ein Kreislauf. Deshalb verdunstet das Wasser des Meeres, um in
den Himmel zurückzukehren und um als Regen zurückzukommen, so wie die
Seelen bei der Wiedergeburt. Dieser Kreislauf wird symbolisiert durch
das Hakenkreuz (nicht mit dem Hakenkreuz des Dritten Reiches zu
verwechseln). Es ist ein Lebensrad, das die kosmische Bewegung in der
Ordnung des Weltraums ausdrückt.
Die Richtungen des Sonnenaufgangs (Kangin) und des Sonnenuntergangs (Kauh)
bringt eine andere Denkweise ins Spiel, die kombiniert mit dem
Flussoberlauf – Flussunterlauf eine andere Struktur des Raumes zulässt.
Auch diese Sichtweise berücksichtigt die kosmische Ordnung und somit das
Anstreben der Gleichgewichte.
Regeln, die
überall gelten
Die Person ist die Abbildung
des makrokosmischen Universums und umgekehrt. Der Mensch ist die kleine
Welt (buana alit), die der großen Welt (buana agung) gleicht. Der Kopf
ist der Thron des Heiligen und Reinen, die Fontanelle wird hierbei als
die Tür Siwas betrachtet. Danach kommt der Körper bis zur Taille, die
die durchschnittliche Welt, die Welt der Kommunikation zwischen beiden
Welten darstellt. Dann liegt zwischen Taille und den Füßen der Thron der
Dämonen. Deshalb legt man niemals die Hand auf den Kopf eines Kindes,
man zeigt nie seine Fußsohlen, wenn man einen Tempel betritt und man
unterdrückt die Kräfte der bösen Geister mit einem Gürtel um die Taille.
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