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Entdeckung und Förderung der balinesischen Kultur – Abwicklung von individuellen Reisen – Bali von A bis Z – Reise auf die Insel der Götter
 

 

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Bali von A bis Z

   

Eine ganz besondere Zeremonie: die Einäscherung
©Bali Authentisch


Die Einäscherung („Ngaben“, „Palebon“) ist das bekannteste und zugleich spektakulärste der religiösen Feste auf Bali. Die Ursprünge dieses Festes sind hinduistisch, aber durch viele nichthinduistische Elemente unterscheidet sich die balinesische Zeremonie der Einäscherung sehr stark von der, welche in Indien zelebriert wird. Die gesamte Gemeinschaft nimmt an der Zeremonie teil und es werden üblicherweise große Geldsummen für dieses Fest aufgebracht. Es handelt sich bei der Einäscherung lediglich um einen Teil einer langen Abfolge von Riten, welche dazu dienen, die Toten nach und nach möglichst vollständig von jeglichen weltlichen und physischen Makeln reinzuwaschen, um ihnen so das Tor zur himmlischen Welt der Ahnen zu öffnen. Ist die Läuterung perfekt, so werden die Toten zu Göttern und verlieren so ihre Persönlichkeit (mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Artikel „Die Definition der Person auf Bali“). Um die Läuterung zu ihrer Perfektion zu führen, können mehrere Stufen erforderlich sein. Der Begriff „Pirata“ bezeichnet die Seelen derjenigen, die noch nicht eingeäschert wurden, „Pitara“ die Seelen derjenigen, deren Einäscherung lediglich eine teilweise Läuterung bewirkt hat. Üblicherweise werden die Toten auf Bali unverzüglich beerdigt. Wenn die Einäscherung beschlossen ist, versammelt sich die gesamte Familie entweder im Tempel der Toten oder auf dem Friedhof und teilt den Seelen mit, dass die Einäscherung vorbereitet wird. Nun werden die Toten wieder ausgegraben, allerdings nicht zwangsläufig, um verbrannt zu werden. Denn für die Toten, die schon beerdigt wurden, greift man oftmals auf Bildnisse zurück, welche anstelle des Leichnams eingeäschert werden. Diese Bildnisse werden von der Seele des Toten bewohnt, dessen Körper mit Hilfe von viel Weihwasser reingewaschen wird. Die Zeremonie der Einäscherung erstreckt sich genaugesagt über drei Tage. Der erste Tag der Zeremonie dient dazu, den Leichnam des Verstorbenen mit geweihtem Wasser zu reinigen. Während des zweiten Tages, dient der Beschaffung der Opfergaben, von denen einige sehr hohe Konstruktionen sind. Der dritte ist der Tag der Einäscherung. Nun wird der Leichnam in einen Totenturm („Bade“) gelegt, der bei großen Zeremonien, eine Höhe von duzenden von Metern erreichen kann. Diese Türme sind häufig sehr künstlerisch und ihre Herstellung ist dementsprechend sehr teuer. Sie symbolisieren den Mount Merupakan, das Universum. Der Sockel dieses Turms stellt die Unterwelt dar und liegt auf einem Gestell aus Bambus, getragen auf den Schultern von manchmal Hunderten von Männern getragen wird. Darüber findet sich üblicherweise der mythische Vogel Garuda, welcher den Teil des Turmes ziert, der für die menschliche Welt steht. Dieser Teil des Totenturmes ist derjenige, in den der Leichnam in einen Hohlraum gelegt wird. Die dritte Ebene des Turmes setzt sich zusammen aus einer ganzen Reihe von Dächern – immer in ungerader Zahl -, deren Anzahl den Grad des Adels des Toten repräsentiert. Ausschließlich der König von Klunkung hatte das Recht auf die maximale Anzahl von elf Dächern. Die Einäscherung eines Pedanda verläuft identisch, allerdings hat der Totenturm in diesem Fall kein Dach. Denn der Priester hat schon zu Lebzeiten eine Einheit mit Siwa erreicht und benötigt daher keine reinigenden Riten, wie sie für den gewöhnlichen Sterblichen erforderlich sind.
 

     

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neueste Überarbeitung: 28/04/2006  

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