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Erscheint Bali als ein Ort komprimierter
Kultur, was sich durch die Tänze, die Opfergaben, die bunten Gewänder,
die vergänglichen Konstruktionen der Zeremonien und oder auch durch
die Musik ausdrückt, so erhielt das Konzept der Kunst und des
Künstlers jedoch erst mit der Ankunft der Westlichen Einzug auf der
Insel. Bis dahin wurde kein Balinese als Künstler angesehen, soviel
Talent oder Kreativität er auch besitzen mochte. Die Kunst war ein
Gefühl, das jeder im Alltag zu entwickeln und zu verwirklichen
versuchte, um so die Götter zufrieden zu stellen. Im Fall des Pak
Nengah Karsa, ist die Bezeichnung als „Künstler“ jedenfalls ein
absolutes Muss. Dieser äußerst gesprächige Autodidakt verfügt über
eine Vielzahl faszinierender Talente: Tänzer, Musiker, Bildhauer und
Puppenspieler... Eigentlich beherrscht er die Gesamtheit der
balinesischen Künste. Wir haben es Nyoman, einem unserer Führer, der
seine Ausbildung genossen hat, zu verdanken, dass wir seine
Bekanntschaft machen konnten. Im einladenden Rahmen seines Hauses
können Sie seine Arbeit an den Marionetten des Schattentheaters
bewundern, Tanzunterricht nehmen und sich in der Art maskieren, wie es
die Teilnehmer des Ramayana tun… Lediglich die Frage nach dem Ursprung
seines Talents wird ein Geheimnis bleiben: ein Geschenk, das ihm die
Götter machten (er wurde nie durch einen Lehrer unterrichtet!) und er
pflegt es mit seiner ganzen Seele und seinem ganzen Herzen.



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